Vienna Auto Show 2020 – Wird die Messe Fad?

Letztes Wochenende fand in Wien die jährliche Vienna Auto Show statt. Privat erhalte ich viele negative Kommentare zur Messe. Angeblich soll Sie sich nicht mehr lohnen.

Ich war in den letzten Jahren oft auf dieser Messe und muss sagen, dass es dieses Jahr auf jeden Fall anders war. Aber negativ? Das liegt im Auge des Betrachters und muss diesmal jeder für sich entscheiden.
Leute, die sich ein paar Sportwagen mit fetten Endrohren erhofften, waren enttäuscht, denn abgesehen von der Alpine, ein paar Porsches und 2 obligatorischen Formel 1 Wagen waren keine „reinrassigen“ Sportwagen zu sehen. Hin und wieder haben sich ein paar AMG, RS und ST Schriftzüge unter den Autos versteckt. Der Großteil der Hallen war jedoch sehr…ich sage einmal „vernünftig“ aufgestellt.

Umweltschutz wurde dieses Mal ganz groß geschrieben, denn es gab kaum einen Messestand ohne E-Autos oder Hybridmotoren. Auf einer Pressekonferenz am Mittwoch, unter anderem mit ÖAMTC Direktor DI Oliver Schmerold, wurde die Zukunft der Mobilität in Österreich besprochen. Es wurde erwähnt wie viel Tesla zur Entwicklung der E-Autos beigetragen hat und dass man sich in Großstädten in ein paar Jahren eher ein E-Auto mietet, anstatt ein eigenes Auto zu besitzen. Der Ausbau von E-Tankstellen soll auch weiter in Angriff genommen werden.

Da frage ich mich ernsthaft wieso die Leute vor dem Messegebäude demonstriert haben, wenn sich momentan eh fast alles um Alternative Antriebe dreht?
VW zeigt den I.D. Roomz, Hyundai hat den IonIQ stehen, BMW hat seine üblichen Vertreter i8 und i3 ausgestellt und in der so genannten E-Mobility Area war man umgeben von elektrifizierten Fahrzeugen. Der eine oder andere wäre da rot angelaufen und um sein Leben gerannt, aber ich muss gestehen…ich habs mir zumindest angeschaut. Auch wenn ich noch immer lieber einen lauten V8 höre, muss ich gestehen, dass die Verbrenner auf der Abschussrampe stehen. Wenn auch nicht in ganz naher Zukunft.

Es gab neben Elektroautos auch Strombetriebene Motorräder zu sehen. Da ich mich aufgrund mangelnden Interesses nicht mit Motorrädern befasse, war ich überrascht, dass es sowas im großen Stil gibt. (Ich wünschte ich wüsste wie sich bei einem E-Motorbike die Beschleunigung anfühlt)
Ein gewisses Objekt in der E-Mobility Area hat jedoch meine vollste Aufmerksamkeit bekommen: Das E-Port. Nein das ist kein Online-Versandhandel für Grafikkarten und Prozessoren, sondern, wie der Name bereits anspielt, ein Car-Port. Das Besondere an diesem E-Port ist das von Carbon-Rohren getragene Dach, denn das besteht zur Gänze aus Solarzellen. An der Seite gibt es die dazugehörige Steckdose. Somit lädt sich das Auto über Sonnenenergie auf. Klar…das ganze wird seinen Preis haben, aber dennoch ein faszinierendes Gebilde „Made in Austria“.

Ich würde nicht sagen, dass die Messe schlecht oder gar langweilig war. Die Industrie und der Markt ändern sich. Ob das der Verbrennerfetischist will oder nicht. Und eben diese Veränderung lässt alle Hersteller sich darauf konzentrieren wie man die Umwelt schonen kann. Deswegen, denke ich, gibt es auch keine Atemberaubenden, aufregenden Sportwagen. Die Industrie hat nicht genug Zeit und Ressourcen um sich einen PS-Wettkampf zu erlauben. Wie man sieht sind Autos wie die neue Supra eher Mangelware. Aber ich denke, es wird, sobald sich alle auf einen neuen Antrieb geeinigt haben, eine neue Generation an Atemberaubenden Vehikel geben, die auch wirklich die Konzeptphase verlassen werden.

Momentan habe ich so das Gefühl, dass die Industrie die Kunden ignoriert, die ein Auto nicht nur als Transportmittel sehen, sondern als Ausdrucksmittel, als Familienmitglied. Die Leute die sabbernd einem roten Ferrari nachhecheln und sich freuen, wenn man ein Auto bereits von über 1000m Entfernung fehlzünden hört. Diese Leute finden momentan auch solche Messen wie die Vienna Auto Show langweilig. Kann man zwar nachvollziehen, aber da wo das eine Aufhört, fängt etwas anderes an.
Und bis dahin müssen wir uns noch etwas gedulden und die Fridays for Future über uns ergehen lassen.

1 Kommentar

  1. So wie ich das verfolgt habe, zeigten einige Hersteller vermehrt strombetriebene Autos. Für Kurzstrecken sind solche optimal, mal schnell zum Arzt, oder schnell noch was einkaufen. Für lange Distanzen, beispielsweise Klagenfurt- Hamburg ziehe ich doch Autos mit Diesel oder Ottomotor vor.

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